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An verschiedenen Fronten gegen den Fachkräftemangel

H+ suchte auch 2017 zwischen dem Dauerthema «Fachkräftemangel» und dem Megatrend «Digitalisierung» nach zweckmässigen und praktikablen Lösungen in der Bildungs- und Personalpolitik. In enger Zusammenarbeit mit anderen Akteuren setzte sich H+ mit Gesetzen, Verordnungen und Projekten auseinander.

Nachdem Bundesrat und Parlament 2016 beschlossen hatten, die Anzahl Studienplätze in der Humanmedizin zu erhöhen, starteten bereits im September 2017 100 zusätzliche Studenten den neuen Bachelorlehrgang Humanmedizin an der ETH. Erstmals kommt dabei der kompetenzbasierte Lehrplan PROFILES zur Anwendung, der den wissensbasierten SCLO 2008 später auch an den fünf medizinischen Universitätsfakultäten ablösen wird. Mitglieder der H+ Fachkommission ärztliche Bildung (FKäBi) haben an der Revision mitgewirkt. H+ begrüsst den Wechsel: Der ärztliche Beruf verändert sich aufgrund Forschung und Digitalisierung und fordert ein neues Rollenverständnis.

Subjektorientierte Bundesfinanzierung der höheren Berufsbildung
Am 15. September 2017 verabschiedete der Bundesrat die Verordnung zur subjektorientierten Finanzierung. Zusammen mit OdASanté und dem Arbeitgeberverband hat H+ in den letzten zwei Jahren auf die praxisorientierte Gestaltung von Gesetz und Verordnung eingewirkt. Am Informationsanlass von H+ und OdASanté im Mai 2017 hatten die H+ Fachkommission Human Resources Management (FKHRM+) und interessierte Kreise Gelegenheit, sich direkt beim Vertreter des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) über den Paradigmenwechsel zu informieren.

Engagiert bei der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative
H+ befragte seine Mitglieder zum Verordnungsentwurf «Arbeitslosenvorrang light» im Sommer 2017 ausführlich und brachte sich in der Arbeitsgruppe «Arbeitsrecht» des Arbeitgeberverbands für eine praktische und IT-gestützte Umsetzung ein. Das Ergebnis der gemeinsamen Bemühungen ist der Hartnäckigkeit der involvierten Personen zuzuschreiben:

  • Umsetzung erst ab Juli 2018
  • Meldeschwelle anfänglich bei 8% Arbeitslosigkeit je Berufsgruppe
  • 2020: Meldeschwelle sinkt auf 5%
  • IT-Lösung zugesichert

H+ verfolgt die Umsetzung genau und interveniert, wenn nötig.

Bildungsabschlüsse stagnieren – Bund fördert Projekte
Trotz Anstrengungen der H+ Mitgliederbetriebe, die Anzahl Abschlüsse in den Gesundheitsberufen weiter zu steigern, fehlen vor allem im Langzeitbereich zunehmend Pflegefachkräfte. Das SBFI teilfinanziert im Rahmen der BFI-Botschaft 2017–2020 Projekte, welche die Ursachen des Fachkräftemangels erkennen sowie Mittel und Wege zur Behebung aufzeigen. H+ unterstützt die Projekte als Mitglied der Begleitgruppe ideell.

OdASanté – Berufe- und Berufsfeldentwicklung
Die Zusammenarbeit zwischen H+ und OdASanté hat sich weiter positiv entwickelt. 2017 wurden erneut Gesundheitsberufe im periodischen Revisionsverfahren geprüft und revidiert, neue Berufe eingeführt, weitere höhere Berufsabschlüsse Pflege entwickelt und bestehende Berufe auf ihre Attraktivität hin untersucht.
OdASanté lanciert 2018 das Projekt Plattform «Zukunft Bildung Pflege» zur koordinierten Entwicklung aller Pflegeberufe. Für H+ ist diese Koordination zentral, um die begrenzten Pflegeressourcen bedarfsgerecht und überblickbar zu halten. Die H+ Arbeitsgruppe «Berufeentwicklung» begleitet die Projektarbeiten aktiv.

H+ Fachkommissionen FKHRM+ und FKäBi
Die FKHRM+ tagte wie gewohnt im Frühling und im Herbst. Obwohl sich die FKäBi 2017 nie in corpore versammelte, engagierten sich einige Mitglieder in Arbeitsgruppen des Schweizerischen Instituts für ärztliche Weiter- und Fortbildung (SIWF) oder des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) im Namen von H+. Auch in der Arbeitsgruppe der Schweizerischen Medizinischen Interfakultätskommission (SMIFK) zur Totalrevision des Lehrplans der Humanmedizin sind FKäBi-Mitglieder vertreten.

MedBV trat am 1.1.2018 in Kraft

Der Bundesrat hat nach der langen parlamentarischen Debatte zum Medizinalberufegesetz die zugehörige Medizinalberufeverordnung (MedBV) per 1.1.2018 in Kraft gesetzt. Er legte damit fest, dass Medizinalpersonen im Medizinalberuferegister (MedReg) eintragen müssen, über welches sprachliche Niveau sie verfügen und dass Spitäler und Kliniken als Arbeitgeber verpflichtet sind zu prüfen, dass neu angestellte Medizinalpersonen korrekt erfasst sind. Zudem müssen Arbeitgeber prüfen, ob die im Register erfassten Sprachkenntnisse für die Aufgaben der Medizinalpersonen genügen.